Resolution zum Thema Erziehermangel. Ein starkes Signal an die Eltern – und an die Landesregierung. Nachdem in Uetersen eine große Zahl von Kita-Eltern ihren Unmut über vermehrte Einschränkungen der Kita-Schließzeiten kundgetan, hat die SPD-Fraktion eine Resolution erarbeitet und im Bildungsausschuss zur Abstimmung gestellt. Wir konnten alle Fraktionen überzeugen, sie wurde einstimmig verabschiedet und geht jetzt in die Ratsversammlung.

Junge Familien sind auf eine zuverlässige Betreuung ihrer Kinder angewiesen, um Berufstätigkeit und Familie vereinbaren zu können. Zudem ist die Kita ein wichtiger Lernort für Kinder, insbesondere für das eigene Zurechtkommen in einer größeren Gruppe abseits der Familie und hinsichtlich der Sprachentwicklung.

Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz darf die Eltern dabei nicht in falscher Sicherheit wiegen, die öffentliche Hand muss ihn auch wirklich gewährleisten können. Die Stadt Uetersen investiert hier seit vielen Jahren in den Neubau von Kitaplätzen im gesamten Stadtgebiet unter Einbeziehung verschiedenster Träger.

Das aktuelle Problem ist der Mangel an Erzieher*innen. Bei mehreren Uetersener Kitas musste kürzlich die Betreuungszeit eingeschränkt werden, da nicht genügend Personal zu finden ist, viele Kitas sind am Limit und hangeln sich von Krise zu Krise. Dies belastet Kinder, Eltern und Fachpersonal über Gebühr.

In der Uetersener Selbstverwaltung haben wir uns bereits frühzeitig mit dem Problem beschäftigt, siehe Resolution an die Landesregierung vom 26.03.2018.

Wir haben Grundsatzbeschlüsse gefasst, jede Kita kann pro Jahr eine PiAStelle (Praxisintegrierte Ausbildung) einrichten, duales Studium wird unterstützt und bezahlt, Freiwilliges Soziales Jahr und Bundesfreiwilligendienst ebenso. Die Kitas werden mit allem versorgt, was sie zur Arbeitserleichterung benötigen, zum Beispiel ergonomische Stühle, gut ausgestattete Pausenräume und Büros.

Unsere Möglichkeiten sind damit erschöpft, aber es reicht noch nicht, um genügend Personal zu gewinnen. Wir fordern die Landesregierung daher auf, uns mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen.
Die Ausbildung von Erziehern muss ausgeweitet werden. Durch den Rechtsanspruch werden wir nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft mehr Personal benötigen. Es müssen nicht nur zusätzliche Erzieherklassen eingerichtet werden, sondern auch mehr Lehrkräfte für diese ausgebildet werden. Der Quereinstieg in die Erziehertätigkeit muss erleichtert, neue Fortbildungsmöglichkeiten müssen geschaffen werden. Eine Öffentlichkeitskampagne soll flankierend eingesetzt werden, um Interessierte darüber zu informieren, wie der Quereinstieg gelingen kann. Die Ausbildung sollte grundsätzlich vergütet werden. Kitas, die PiA-Nachwuchs ausbilden, sollten zusätzliche Ausbildungsstunden im Stellenplan erhalten.

Die PiA- Ausbildung sollte vom Land refinanziert werden.

Es braucht mehr Studienplätze und –orte für das Studium der Sozialen Arbeit. Für hilfreich erachten wir auch die Einführung eines Monitorings oder Prognosetools, um den zukünftigen Bedarf an pädagogische Fachkräfte in unseren Kitas zu berechnen.
Wir sind auf Ihre zeitnahe Unterstützung angewiesen, um den berechtigten Interessen der Familien unserer Stadt gerecht werden zu können.